Datenschutz-Praxis

Spam – wie schützt man sich vor virtuellem Müll im Postfach?

Spam-Mails sind nicht erst seit gestern eine lästige Begleiterscheinung der Internetkommunikation. Sie verstopfen unser elektronisches Postfach mit Werbung und irrelevanten Informationen, die nie angefragt wurden oder gar erwünscht sind.

Zusätzlich bringen Spam-Mails neben dieser lästigen Plage auch eine gewisse Gefahr mit sich. Es stellt sich also die Frage: Wie soll man datenschutzrechtlich mit Spamming umgehen? In Sachsen-Anhalt wird man nun aktiv. Der Landesbeauftragte für Datenschutz verweist auf die Problematiken der Spam-Mails.

Die ersten Schritte in die richtige Richtung

Bevor der schier unmögliche Marsch angetreten wird, den Absender der Spam-Mails herauszufinden, sollte sich der Empfänger Gedanken machen, wie dieses Problem zu lösen sein könnte. Es existieren keine verpflichtenden Mechanismen, um einen Absender nachzuweisen. Aus diesem Grund ist es überhaupt erst möglich, die wahre E-Mail-Adresse zu vertuschen, um somit keine Rückverfolgung durchführen zu können.

Hierbei ist es nicht von Bedeutung, ob der Absender der Spam-Mail ausgedacht wurde oder ob er wirklich existiert. Firmen- und Privatcomputer werden somit häufig von außen „übernommen“ und als extern gesteuerter Mailserver im großen Stil zum Versenden von Spam-Mails genutzt. Die Besitzer dieser Rechner sind in der Regel ahnungslos. Meist erfahren sie erst von ihrem unfreiwilligen Beitrag zum Spamming, wenn Kollegen und Bekannte in verärgerten Mails oder Anrufen darüber aufklären, dass Spam-Nachrichten mit einer ihnen bekannten Absender-Adresse aufgelaufen sind. Leider kann trotz dieser Information der ursprüngliche Absender nicht identifiziert werden.

Präventive Maßnahmen – Filternutzung

Trotz der mittlerweile bekannten Problematik des Missbrauchs der eigenen E-Mail-Adresse kann man sich nach wie vor nicht zu 100 Prozent davor schützen. Dennoch macht der schon erwähnte Landesdatenschutzbeauftragte aus Sachsen-Anhalt Lösungsvorschläge, um sich gegen derartige Mail-Hackerangriffe zu wappnen. Hierbei empfiehlt er, alle möglichen Filtermöglichkeiten des Mail-Programms und des Providers anzuwenden.

In den Einstellungen muss der von den Providern angebotene Spamschutz erst aktiviert werden. Mit der Zeit ergab die Weiterentwicklung der E-Mail-Clients eine Verbesserung innerhalb lernfähiger Spam-Filter.

Hinweise für das Landeskriminalamt

Wie schon erwähnt ist die Verfolgung der Spam-Mail-Absender vergleichbar mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Sollten Sie also Hinweise und eigene Erfahrungen mit derartigen Delikten haben oder sogar einen Verdacht zu einem Spam-Versender, der schädlich für die Software ist, wenden Sie sich an das Landeskriminalamt. Dieses ist auf die Hinweise der Bevölkerung angewiesen, um Internetkriminalität zu reduzieren und zu verhindern.

Für solche besonderen Aufgaben haben die jeweiligen Bundesländer spezialisierte Reviere eingerichtet. Von dort gelangen die Hinweise an einschlägige Stellen des Bundes, wo unter Umständen auch auf europäischer Ebene in Zusammenarbeit mit Interpol und Europol Spam-Versender erkannt und zur Rechenschaft gezogen werden können.

So bleibt einem als Verbraucher nur die Hoffnung, mit Eigeninitiative und der Zusammenarbeit mit den Experten der IT-Branche den Spam-Mails den Garaus zu machen.

XII. Tätigkeitsbericht des Landesbeauftragten für den Datenschutz Sachsen-Anhalt

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