Wie sieht es bei Gesundheits-Apps mit dem Datenschutz aus?

Fast alle Webseiten, Apps oder Online-Spiele zeichnen Nutzerdaten auf und ab. In Bezug auf den Datenschutz der Nutzer ist dies aber nur dann rechtens, wenn keine Übertragung an Dritte stattfindet.

Heute findet man auch immer mehr im Gesundheitssektor eine erheblich ausgeprägtere Form der Digitalisierung vor. Besonders bei sensiblen Patientendaten und allgemeinen personenbezogenen Gesundheits- und Versicherungsdaten sollte ein seriöser Datenschutz Standard sein. Gerade weil die meisten Gesundheits-Apps sehr sensible Daten verarbeiten und abspeichern und im gleichen Zuge stets eine Sicherheit der Nutzerdaten garantieren, haben Datenschutzexperten Analysen erstellt, die teilweise gesetzeswidrigen Datenverkehr festgestellt haben. Ständig gelangen neue Telemedizinprodukte oder Gesundheits-Apps auf den Markt – aber nur wenige weisen einen sachgerechten Datenschutz auf.

Online-Sprechstunde und In-App-Kommunikation statt regulärer Arztbesuch

Nach und nach gibt es mehr digitale Bearbeitungsprozesse in der Medizin – ob Online-Sprechstunden, Online-Anamnesebögen, Video-Chats oder Fotoauswertungen durch Fachärzte. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung, etwa 80 Prozent, legt in Zukunft mehr Wert auf eine komfortable Auswertung von zu Hause aus. Obwohl die Deutschen in puncto Datenschutz besonderen Wert auf Sicherheit legen, wünschen sich viele Bürger eine Ferndiagnose durch einen entsprechenden Chefarzt. Dies erspart lange Wartezeiten und Anfahrtswege und ist zusätzlich bequem. Doch vor allem in ländlichen Regionen könne sich diese Art der Diagnosestellung bewähren, sind sich Medizinexperten einig. Doch auch Gesundheits- und Fitness-Apps erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Aktuell soll es rund 100.000 verschiedene Angebote auf dem Markt geben.

Datenschützer fürchten mangelnden Datenschutz bei Gesundheits-Apps trotz hoher Nachfrage

Grundsätzlich besteht eine hohe Nachfrage an digitaler Medizintechnik. In einer Studie des Digitalverbands Bitkom gaben sechs von zehn Bürgern an, gegenüber Tele-Monitoring aufgeschlossen zu sein und rund 75 Prozent würden Ihr Erbgut analysieren lassen. Nebenbei fühlen sich fast alle Patienten, aufgrund der Informationsübersicht des Internets, in den Sprechstunden gegenüber den Ärzten sicherer. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit sollen E-Health-Angebote wie auch Gesundheits-Apps in Zukunft einen erheblichen Teil der Patienten versorgen. Allerdings kommt mit der Digitalisierung der Medizin auch eine Problematik in Sachen Datenschutz einher. Darüber, dass sensible Patientendaten ausreichend geschützt sein müssen, sind sich Datenschutzexperten einig. Allerdings sieht es in der Realität differenziert aus. 82 Prozent der Befragten aus der bereits zitierten Umfrage befürchten, dass mit der Digitalisierung der Medizin die Gefahr des Missbrauchs von Gesundheitsdaten steigt.

Mangelnder Datenschutz: Gesundheitsdaten sind besonders sensibel

Grundsätzlich besteht immer die Gefahr, dass Dritte auf sensible Patientendaten Einsicht erhalten. Besonders Fitness- und Gesundheits-Apps legen selten klar dar, wo die gesammelten User-Daten gespeichert werden und wer schlussendlich Zugriff auf diese Daten erhält. Beispielsweise wäre eine Übermittlung an Arbeitgeber oder Versicherungen von erheblichem Nachteil. Sollten diese Informationen an Versicherungen oder Arbeitgeber übermittelt werden, so könnte dies erhebliche Nachteile mit sich bringen. Da im Allgemeinen auch Hack-Angriffe auf Arztpraxen oder Krankenhäuser ein zunehmendes Problem darstellen, können die Ärzte oftmals gar nicht mehr auf ihre Daten zugreifen. Mangelnder Datenschutz macht somit auch erpressbar.

Als besonders kritisch herausgestellt hat sich die Eingabe der sensiblen Gesundheitsinformationen via App. Obwohl hier immer mehr Anbieter mitmischen, finden keine regelmäßigen Qualitäts- und Datenschutzkontrollen bezüglich der Datensicherheit von sensiblen Patienteninformationen statt.

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